„Stärkungspakt Stadtfinanzen“ ist der falsche Weg

CDU-Kreistagsfraktion kritisiert Landesregierung

Der von der Landesregierung auf den Weg gebrachte „Stärkungspakt Stadtfinanzen“ soll in Nordrhein-Westfalen jährlich rund 195 Millionen Euro von finanzstarken an finanzschwache Kommunen umverteilen, um deren Finanznot zu lindern. Die CDU-Kreistagsfraktion Güters­loh sieht darin eine nicht hinnehmbare Belastung der finanziell gesunden Kommunen. Vor allem der Kreis Gütersloh selbst ist von der Maßnahme besonders hart betroffen. In einer Erklärung der Fraktion hat die Vorsitzende des Finanzausschusses, Dr. Martina Schwartz-Gehring (Bild) dazu Stellung genommen.
Dr. Martina Schwartz-GehringDr. Martina Schwartz-Gehring
„Von den 66 zum Zahlen verpflichteten Kommunen im Land befinden sich sieben im Kreis Gütersloh“, erklärt die Vorsitzende des Finanzausschusses des Kreises, CDU-Kreistagsmit­glied Dr. Martina Schwartz-Gehring. „Diese sieben Kommunen müssten nach überschlägigen Berechnungen des Kreiskämmerers auf aktueller Steuerbasis zusammen rund 23 Millionen Euro jährlich zahlen. Dabei kämen auf einzelne Gemeinden ganz erhebliche Summen zu, so zum Beispiel rund neun Millionen Euro auf die Stadt Verl. Und auch die anderen Kommunen wären vom Stärkungspakt betroffen, denn sie würden bei einer notwendigen Erhöhung des Hebesatzes der Kreisumlage draufzahlen.“ Die Folge: Einige Kommunen, die derzeit gesund dastehen, würden durch die Umlage in die Haushaltssicherung getrieben, wie möglicherweise Rheda-Wiedenbrück. „Dies ist für einen so genannten „Stärkungspakt“ ein geradezu absurdes Ergebnis“, so Schwartz-Gehring.
 
Laut CDU ist es auch nicht hinnehmbar, dass das Land die so dringend notwendige Ent­las­tung bei der Grundsicherung durch den Stärkungspakt zunichte macht. Die Übernahme der Kosten der Grundsicherung sei ein richtiger Schritt der Bundesregierung gegen die Finanz­not der Kommunen. Die Entlastung durch den Bund bei der Grundsicherung belaufe sich im Kreis Gütersloh auf rund 13 Millionen Euro. Die Umlage würde den Kreis mit ca. 23 Millio­nen Euro voraussichtlich aber fast das doppelte kosten. „Der Stärkungspakt bestraft diejenigen Kommunen, die bislang solide gewirt­schaftet und gespart haben“, beklagt die Finanzaus­schussvorsitzende. „Der Kreis Gütersloh musste zum Beispiel sein Kreishaus voll­ständig aus eigenen Mitteln bezahlen und hat trotzdem durch konsequente Sparanstrengun­gen die Hälfte seiner Schulden abge­baut. Jetzt soll er noch diejenigen unterstützen, die für die Finan­zierung ihrer Amtsgebäude bereits erhebliche Zuschüsse bekommen haben.“
 
Dass es auch anders geht, zeigt die CDU-Landtagsfrak­tion: Sie hat ein gerechtes und trans­parentes Konzept zur Zins- und Entschuldungshilfe für die stark verschuldeten Kommunen erarbeitet, das diese vollständig von ihren Zinszahlungen für die Kas­senkredite befreit. „Dort werden eigene Sparanstrengun­gen nicht bestraft, sondern belohnt“, erklärt Schwartz-Gehring. „Auf eine Solidarumlage wird hier ausdrücklich ver­zichtet, um gesunde Kommunen nicht unnötig zu belasten. Wir appellieren daher an alle Städte und Gemeinden des Kreises, sich gemeinsam gegen die Pläne der Landesregierung zu wehren und sich für einen gerechteren und besseren Weg einzu­setzen.“ Für die nächste Kreistags­sitzung kün­digt die CDU-Fraktion eine entsprechende Resolution an, an der sich nach ihrem Wunsch alle Kreistagsfraktionen beteiligen sollen.