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24.08.2018, 11:00 Uhr | Übersicht | Drucken
Rückkehrprämie für Pflegekräfte könnte Situation entschärfen
Staatssekretär Andreas Westerfellhaus beim Sommergespräch der CDU

Zufriedenstellend ist die Situation in den Pflegeberufen in Deutschland bei weitem nicht. Die Menschen, die in dieser Branche arbeiten, leiden unter zu wenig Kollegen, zu wenig Zeit und zu wenig Anerkennung. Zu diesem Ergebnis kommt Andreas Westerfellhaus, seit 100 Tagen Pflegebeauftragter der Bundesregierung, beim vierten Sommergespräch des CDU-Stadtverbandes Gütersloh im Spexarder Bauernhaus. Eingeladen hatte den Staatssekretär im Gesundheitsministerium der Landtagsabgeordnete und CDU-Stadtverbandsvorsitzende Raphael Tigges. Für Westerfellhaus war der Vortrag in Gütersloh gleichzeitig der Auftakt zu einer Sommertour zur Pflegeoffensive der Bundesregierung durch verschiedene Bundesländer.



Raphael Tigges und Andreas Westerfellhaus beim Sommergespräch. Westerfellhaus war 18 Jahre lang Geschäftsführer der Zentralen Akademie für Berufe im Gesundheitswesen (ZAB) in Gütersloh und von 2009 bis 2017 Präsident des Deutschen Pflegerates.
 

„Die Zeit drängt in dieser Thematik“, erklärte der gelernte Krankenpfleger und Betriebswirt vor den rund 80 Zuhörern, teilweise fachkundigem Publikum aus Gesundheitswesen und Ehrenamt. Denn neue Gesetze müssten bis 2019 verabschiedet sein, wenn sie noch eine Wirkung entfalten sollen. Westerfellhaus untermauerte die Dringlichkeit des Themas mit Zahlen: Auf 100 freie Stellen bewerben sich nur noch 27 Fachkräfte. Das führe dazu, dass in manchen Gegenden bereits Abwerbeprämien für Fachpersonal von 3.000 bis 4.000 Euro gezahlt werden. „Das ganze treibt immer seltsamere Blüten“, so der Staatssekretär. „Inzwischen wird auch gerne schon mal ein Thermomix oder ein Wohnraumzuschuss draufgelegt.“

Das System kranke aber auch noch an anderen Stellen. So dürften Pflegekräfte unter bestimmten Umständen nicht einmal eine Kochsalzlösung am Krankenbett verabreichen oder chronische Wunden versorgen. Andere könnten ihre Qualifikation verlieren, wenn sie in einem Unternehmen an anderer Stelle eingesetzt werden. Ein wichtiges Ziel sei es daher, das Berufsrecht zu reformieren. Westerfellhaus will als neuer Bundesbeauftragter für die Pflege diesen Problemen mit einem Fünf-Punkte-Programm begegnen: Wichtiges Element ist die Idee einer Rückkehrprämie für Pflegekräfte, die aufgrund der Überlastung aus dem Beruf ausgestiegen sind. „Dafür müssen aber die Arbeitsbedingungen spürbar verbessert werden“, so Westerfellhaus. Das Ausland mache vor, dass es besser geht. In Schweden zum Beispiel seien 20 Prozent der Arbeitszeit der Regeneration des Personals vorbehalten. Dadurch hätten sich die Ausfallzeiten deutlich auf sieben Prozent reduziert, während sie in Deutschland bei 20 Prozent liegen.

Vonnöten sind nach Auffassung des Staatssekretärs auch flächendeckende Tarifverträge. Es dürfe nicht sein, dass Pflegekräfte in Nordrhein-Westfalen deutlich mehr verdienten als beispielsweise in Niedersachsen. Schließlich müsse auch die Finanzierung der Verbesserungen sichergestellt werden: Westerfellhaus hält dazu eine Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags um 0,5 Prozent für erforderlich. „Die Bevölkerung wäre bereit, das zu investieren, unter der Voraussetzung, dass es anschließend in der Pflege besser wird“, so der Staatssekretär.



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