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02.10.2014, 10:35 Uhr | Übersicht | Drucken
Fliegerei in Gütersloh hat 102-jährige Geschichte
Dr. Wolfgang Büscher bei der CDU

Den Medien der damaligen Zeit war es noch eine Extraausgabe wert: Als im Jahr 1912 das erste Flugzeug in Gütersloh landete, gab die heimische Zeitung eine Sonderausgabe zu dem Ereignis heraus. Dies liegt nun über 100 Jahre zurück und bis zum Bau des Flugplatzes sollten ab da noch 24 Jahre vergehen, auch wenn es bereits im Jahr 1913 in Berlin den ersten Vorstoß für den Bau eines Flughafens in Gütersloh gab. Über die wechselvolle Geschichte des Gütersloher Flugplatzes hat jetzt beim CDU-Kreisverband ein ausgewiesener Experte informiert: Der Gütersloher Gymnasiallehrer Dr. Wolfgang Büscher hat schon zu seinen Uni-Zeiten über den heimischen Flughafen geforscht.



Dr. Wolfgang Büscher (l.) und der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Ralph Brinkhaus vor historischen Karten des Flugplatzes.
 
Büscher gilt heute als Fachmann in dieser Materie. Er ist Mitglied der Geographischen Kommission für Westfalen und der Verfasser des 1994 erschienenen Buches „Der Flughafen Gütersloh im Wandel der Zeit“. So erfuhren die Zuhörer im vollbesetzten Sitzungssaal des Konrad-Adenauer-Hauses, dass der Gütersloher Flugverein im Jahr 1924 gegründet wurde. Nach dem Ersten Weltkrieg hatte zunächst für die Deutschen ein Flugverbot bestanden. „Der Verein hatte gewisse paramilitärische Züge“, so Büscher. „Man wollte dadurch für eine spätere Aufrüstung einer Luftwaffe gewappnet sein.“ Durch die veränderten politischen Verhältnisse nach 1933 bekam Gütersloh dann den Zuschlag für den Flugplatzbau, der 1937 vollendet wurde. Gleichzeitig wurde die Kaserne an der Verler Straße gebaut. „Der Flugplatz befand sich auf dem heutigen Gelände, dafür musste allerdings der Sand einer Düne abgetragen werden, der wiederum für den Bau der neuen Reichsautobahn, der heutigen A 2, genutzt wurde. Den damaligen Flugplatz muss man sich allerdings anders vorstellen, als den heutigen. Das Rollfeld bestand aus einer befestigten Graspiste“, erklärte der Fachmann.

Schon bald nach der Fertigstellung folgte die unrühmliche Zeit des Zweiten Weltkrieges, als der Flugplatz den Bombengeschwadern der deutschen Luftwaffe dem Starten und Landen diente. Im April 1945 wurde das Gelände von der US-Armee eingenommen und viel später ein britisches Hoheitsgebiet. Die Briten waren es dann, die die Landebahn bauten. Diese war eine der längsten und breitesten überhaupt, so dass die größten Flugzeugtypen der Welt in Gütersloh landen konnten. Eine Tatsache, an die sich etliche der älteren Zuhörer noch gut erinnern konnten. Verdruss bereitete später jedoch der Fluglärm durch die Harrier-Senkrechtstarter.

Im kalten Krieg war es Aufgabe des Flugplatzes, die innerdeutsche Grenze zu bewachen. Ab und zu landeten auch hochrangige britische Gäste hier. Durch Sondergenehmigungen für Großunternehmen im Kreis setzte später ein kleiner privater Flugverkehr ein, bevor der Flugbetrieb im November 2013 eingestellt wurde. „Das Gelände hat ein großes Potenzial. Bei den Überlegungen für die neue Nutzung muss Gütersloh auf der Hut sein“, warnte Büscher.

 



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