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11.09.2014, 16:26 Uhr | Übersicht | Drucken
Im Bann von „Schindlers Liste“
Historikerin Erika Rosenberg-Band spricht bei der CDU

Fast jeder kennt sie aus dem gleichnamigen Film von Steven Spielberg: „Schindlers Liste“, das berühmte Dokument aus dem zweiten Weltkrieg, mit dem der Fabrikant Oskar Schindler 1.200 jüdische Menschen vor den Vernichtungslagern der Nazis rettete, indem er sie in seiner Fabrik arbeiten ließ. Anlässlich des 75. Jahrestags des Kriegesbeginns hatte der CDU-Kreisverband Gütersloh in seiner Veranstaltungsreihe im Konrad-Adenauer-Haus jetzt einen Gast eingeladen, der in besonderer Beziehung zu der Geschichte Oskar Schindlers und dessen Ehefrau Emilie steht: Die deutsch/argentinische Schriftstellerin, Professorin und Schindler-Expertin Erika Rosenberg-Band.



Erika Rosenberg-Band (l.) mit ihren Schindler-Publikationen und die stellvertretende CDU-Kreisverbandsvorsitzende Elke Hardieck.
 

Rosenbergs jüdische Eltern waren 1936 nach dem Erlass der Nürnberger Rassengesetze aus dem nationalsozialistischen Deutschland nach Argentinien ausgewandert. Vor dem Hintergrund ihrer Familiengeschichte interessierte sie sich für das Schicksal der jüdischen Bevölkerung im Zweiten Weltkrieg. Im Jahr 1990 lernte sie in der Nähe von Buenos Aires, wohin die Schindlers nach dem Krieg ausgewandert waren, Emilie Schindler kennen. Oskar Schindler selbst war bereits 1974 nach der alleinigen Rückkehr in Deutschland gestorben. Aus der Freundschaft mit Emilie Schilder gingen verschiedene Publikationen über das Unternehmerehepaar hervor, neben drei Biografien auch das Buch „Oskar Schindler: Seine unbekannten Helfer und Gegner“, aus dem Rosenberg im Konrad-Adenauer-Haus Auszüge vortrug.

„Mit meinen Vortragsreisen in Deutschland will ich das Geschichtsbewusstsein stärken und die Erinnerung an solche Helden wie die Schindlers wach halten“, erklärte Rosenberg vor den rund 40 Zuhörern. Diese erfuhren, dass Oskar Schindler nicht immer Unternehmer gewesen war. Rosenberg beschrieb ihn als Lebemann, der unter anderem die beträchtliche Mitgift seiner Frau in wenigen Jahren, zum Beispiel mit dem Kauf teurer Autos, durchbrachte. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten arbeitete er zunächst als Geheimdienstler für die deutsche Abwehr unter Admiral Canaris. 1939 übernahm er dann das in Konkurs gegangene Emmalierwerk im besetzten Polen. Die jüdischen Mitarbeiter wurden aus dem Arbeitslager Plaszow zur Verfügung gestellt, das unter dem Kommando des gefürchteten SS-Offiziers Amon Göth stand. Mit Waren, die er aus seiner Produktion abzweigte, konnte Schindler große Erlöse auf dem Schwarzmarkt erzielen. Diese wiederum dienten als Bestechungsmittel für Naziführer zur Rettung seiner jüdischen Mitarbeiter.

Nach der Schließung des Werks musste Oskar Schindler seine Rüstungsproduktion nach Tschechien verlagern. Es gelang ihm, auf eigene Kosten 1.200 jüdischen Arbeiter mitzunehmen, wozu deren Namen in der berühmten Liste erfasst wurden. Schindler investierte quasi sein gesamtes Vermögen in die Rettungsaktionen zwischen 1939 und 1945, was ihn 2,64 Millionen Reichsmark kostete, nach heutigem Wert 26 Millionen Euro. Emilie Schindler minderte Not und Leid vieler jüdischer Familien, indem sie Lebensmittel und Medikamente verteilte. Im Winter 1945 nahm sie im Werk ihres Mannes einen Transport mit 120 jüdischen Arbeitern auf, die ansonsten erschossen worden wären.

Nach dem Krieg konnten die Schindlers nicht mehr an die unternehmerischen Erfolge anknüpfen und lebten weitgehend von den Zuwendungen jüdischer Hilfsorganisationen, die ihnen damit den Einsatz während des Holocausts dankten. Oskar Schindler erhielt zahlreiche Ehrungen; so bekam er 1965 das Bundesverdienstkreuz. Emilie Schindler kehrte 2000 in Begleitung von Erika Rosenberg nach Deutschland zurück und verstarb 2001 93-jährig in Berlin.

Rosenberg wusste auch zu berichten, dass es bereits vor Steven Spielbergs Film Planungen für andere Verfilmungen der Lebensgeschichte von Oskar und Emilie Schindler gab, die jedoch nicht realisiert wurden: Und zwar im Jahr 1951 mit Fritz Lang als Regisseur und 1963 ein Projekt mit Romy Schneider und Richard Burton in den Hauptrollen.



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