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09.06.2016, 11:59 Uhr | Übersicht | Drucken
Brok: "Solange man redet, wird nicht geschossen"
Spargelessen der CDU-Mittelstandsvereinigung

Großen Zuspruch hat die zweite Auflage des Spargelessens der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung der CDU im Kreis Gütersloh (MIT) gefunden. Die im vergangenen Jahr ins Leben gerufene Veranstaltung im Flussbett-Hotel in Gütersloh war mit rund 70 Gästen voll ausgebucht. Prominenter Redner des Abends war der Europa-Abgeordnete Elmar Brok, der im Anschluss an die gemeinsame Mahlzeit mit einer Analyse des Ukraine-Konfliktes für geistige Nahrung sorgte. Zuvor bekam Brok, der dem europäischen Parlament als dienstältestes Mitglied seit 1980 angehört, anlässlich seines jüngst begangenen 70. Geburtstags vom MIT-Vorsitzenden Stefan Bierfischer einen Geburtstagskuchen überreicht.



Erst gab es ein Geburtstagspräsent, dann ging es um große Politik (v.l.): MIT-Vorsitzender Stefan Bierfischer und Europa-Abgeordneter Elmar Brok im Flussbett-Hotel.
 
Brok stellte zu Beginn klar, dass es sich bei dem Konflikt nicht um eine Ukraine-Krise, sondern um eine Krise Russlands handelt. Nach dem Ende des kalten Krieges Anfang der neunziger Jahre sei man in der Europäischen Union nach dem Motto verfahren: "Je mehr wir die Freiheit nach Osten bringen, umso sicherer sind wir in der Mitte Europas". Dies habe zu der Osterweiterung auf ehemalige Staaten des Warschauer Paktes geführt, mit der die Grenzen des westlichen Bündnisses immer näher an Russland herangerückt sind. "Auch in der Ukraine hat sich die Bevölkerung mit 75 bis 80 Prozent Zustimmung für einen europäischen Weg entschieden", so Brok. "Präsident Putin hat begriffen, dass eine weitere Demokratisierung Russlands und seiner Anrainerstaaten seiner Macht gefährlich werden würde. Darum betreibt Russland seit 2012 die gegenwärtige nationalpatriotische und gegen westliche Einflüsse gerichtete Politik." Brok attestiert dem heutigen Russland dabei die gleichen wirtschaftlichen Probleme wie in den neunziger Jahren. "Das Land hat nach wie vor keine selbsttragende Wirtschaft, keinen Mittelstand", so Brok. "Das System hat aus sich selbst heraus keine Reformchance. Russland muss sich bewusst sein, dass es sich nur mithilfe Europas sanieren kann."

"Die Menschen in der Ukraine, vor allem die jungen, wollen politisch und wirtschaftlich nicht mehr von Moskau bestimmt werden", erklärte der Europa-Abgeordnete. "Um diesen Prozess der Abkehr von Russland aufzuhalten, ist Putin in die Ost-Ukraine einmarschiert. Historische Gesichtspunkte oder die Sicherheit der russischen Minderheiten auf der Krim sind lediglich ein Vorwand. Der Bruch staatlicher Verträge ist dabei ein gefährliches Spiel mit der internationalen Ordnung." Brok blickte in diesem Zusammenhang auch auf die baltischen Staaten, wo wegen deren NATO-Mitgliedschaft bei einem vergleichbaren Vorgehen Russlands die Bündnisverpflichtungen in Kraft träten. "Wäre das dann der dritte Weltkrieg?" fragt der Europa-Abgeordnete besorgt. Brok betonte daher die große Bedeutung, mit Russland weiterhin in Verhandlungen zu bleiben, denn: "Solange man redet, wird nicht geschossen!"


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